Simit – türkische Sesamringe

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Frische Simit – türkische Sesamringe, sind ein wundervoll einfach herzustellendes ringförmiges Gebäck aus Hefeteig. Traditionell ummantelt mit einer Kruste aus süß säuerlichem Traubensirup (Üzüm Pekmezi) und jeder Menge Sesam. Perfekt zum Frühstück, als Beilage zum Essen oder einfach nur zum Dippen, diese Sesamkringel machen überall eine gute Figur und sollten absolut auf keinem Teller fehlen.

simit

Von Simit bis Gjevrek!

Die Ursprünge des leckeren Sesamrings gehen circa 500 Jahren bis ins damalige Osmanische Reich zurück und sind heutzutage unter vielen verschiedenen Namen in den verschiedensten Ländern beheimatet. Die Sesamringe sind auch heute noch überall in der Türkei sowie in Südosteuropa anzutreffen. Während der Sesamring im Großteil der Türkei als Simit bzw. in der Region Izmir auch als Gevrek bezeichnet wird, nennt man ihn aber in Serbien Đevrek, in Nordmazedonien sowie Bulgarien Gjewrek, im Kosovo sowie Albanien Gjevrek und in Griechenland Koulouri. Egal wie ihr sie nennen wollt, letztendlich sind sie alle zum großen Teil gleich.
Anders in Rumänien, dort findet man neben den traditionellen Sesamringen auch verschiedene Varianten dieser zum Beispiel mit Mohn anstelle des Sesams, mit Salz ähnlich einer Brezel oder auch mit einer fruchtigen süßen Füllung versehen. Ihr seht, die Seamringe haben eine lange Tradition und werden auch heute noch von vielen Ländern zu den verschiedensten Gelegenheiten verspeist.

türkische Sesamringe

Traditionelle Sesamringe!

Vor 500 Jahren genau wie heute bestehen Simit oder besser Sesamringe noch Hauptsächlich aus Mehl, Wasser, Hefe, etwas Öl / Butter, Sesam, Salz sowie Traubensirup. Dabei wird wie im Rezept beschrieben aus den Zutaten ein Hefeteig geknetet, der dann für eine gewisse Zeit ruhen muss um ihn im Anschluss gleichmäßig aufzuteilen. Danach werden aus den verschiedenen Stücken Schlangen gerollt, diese ineinander verzwirbelt und zu einem Ring geformt. Diese geformten Ringe werde dann in einem Traubensirup-Wasserbad (ein Bad nach meinem Geschmack) getunkt, in jeder Menge Sesamsaat gewendet und auf ein Backblech gegeben. Sobald alle geformt, gebadet und im Sesam gewendet wurden, werden sie noch kurzzeitig auf einem Backblech gehen gelassen um sie dann sofort im Anschluss im Backofen gold-braun zu backen. Nach dem Backen werden die Simit meist in ein Tuch gewickelt, damit sie nicht zu hart werden beim Abkühlen. Simit werden traditionell zu Oliven, Schwarztee oder Feta gereicht oder auch zum Frühstück mit leckerer Marmelade, fruchtigen Gelees oder Käse serviert, aber letztendlich könnt ihr sie natürlich verspeisen wie ihr das möchtet.

Koulouri

Schneller und einfacher Hefeteig

Als ich angefangen habe zu Backen und mich mit Hefeteig zu beschäftigen hab ich viele Fehler gemacht. Zu Beginn dachte ich zum Beispiel, dass wenn lauwarmes Wasser der Hefe hilft, müsste doch kochendes Wasser noch viel besser funktionieren. Mir war natürlich absolut nicht bewusst, dass ich jegliche Aktivität der Hefe damit abtöte, aber ich musste durch diesen dummen Lernprozess. Also achtet hier zumindest schon einmal darauf, dass das Wasser nicht zu warm ist und ihr ohne Probleme noch mit den Fingern reinfassen könnt. Zusätzlich dazu hilft es dem Teig, diesen erstmal ohne das Salz zu kneten. Das ist eine der neuste Erfahrungen die ich machen konnte, denn Salz wirkt im Gegensatz zum Zucker eher Kontraproduktiv für die Hefe. Das bedeutet zum Beispiel, dass zu viel Salz auch nicht gut für einen Hefeteig ist. Am Besten ist es auch, dass ihr das Salz erst nach etwas Verkneten des Teiges hinzufügt. Denn so können die anderen Zutaten des Hefeteigs schon einmal eine Verbindung zueinander aufbauen und ein Gerüst erstellen, aber auch hier hilft zu viel Salz auch nicht. Zucker ist hingegen ein natürlicher Booster um Hefe schnell zu füttern und schnell einen leckeren Teig zu haben. Auch das Gehen im Ofen beschleunigt den Teig, dafür erwärmt ihr euren Ofen auf maximal 50 Grad, bereitet den Teig zu, schaltet den Ofen aus und stellt den abgedeckten Teig in den warmen Ofen, lasst aber die Tür jetzt einen Spalt offen stehen. Ich hoffe diese Kleinigkeiten helfen euch, mehr Vertrauen in euren eigenen Hefeteig zu bekommen. Aber wie immer gilt: Es ist absolut erwünscht Fehler zu machen, denn nur aus Fehlern wird man etwas lernen. 🙂

Simit – türkische Sesamringe

Mehr leckere for the Hearts Kitchen Rezepte!

Neben diesen mega leckeren Simit – türkischen Sesamringen findet ihr hier in der Herzküche mittlerweile fast 200 weitere tolle Rezepte für jegliche Situation. Egal ob es etwas Süßes wie den atemberaubenden Death by Chocolate Käsekuchen oder den umwerfenden Veganer Red Velvet Käsekuchen oder die wundervollen Peanutbutter Chocolate Chip Cookie Dough zum Löffeln sein sollen. Vielleicht aber auch eine ungewöhnliche Suppe wie Mais Kokos Orangensuppe mit Koriander-Walnuss-Pesto oder die leckere Arabische Kichererbsen-Spinat-Linsensuppe. Was aber nirgends auf der Liste fehlen sollte ist dieses tolle Indisches Spinat-Linsen-Dal mit Minzjoghurt, das Veganes Pilzgeschnetzelte sowie dieses Chashushuli – veganes Georgisches Gulasch. Ich hoffe sehr, dass etwas Passendes für euch dabei sein wird. Probiert euch auf jeden Fall durch die verschiedenen Kategorien, stöbert, kocht nach und gebt gerne Feedback wie es euch geschmeckt hat.

Hefegebäck

Rezepte passend für Simit – türkische Sesamringe

Also auf was wartet ihr jetzt noch? Lasst euch diese tollen Simit – türkische Sesamringe auf keinen Fall entgehen! 🙂
Bis dahin “stay hungry!”

Simit – türkische Sesamringe

PS: Wenn euch wirklich gefällt, was bisher in der Herzküche alles passiert ist, ihr unbedingt weitere Rezepte sehen wollt und mich dabei unterstützen möchtet, schaut einmal auf der for the Hearts Kitchen Supportseite vorbei, denn mit jeder Kleinigkeit wird geholfen, dieses Projekt voranzubringen. 🙂

 

Rezept

Ergibt je nach Größe circa 6-8 Simit

Zubereitungszeit circa 120 Minuten

Teig:

  • 300 g Mehl Typ 550
  • 200 g Mehl Typ 405
  • 300 g lauwarmes Wasser
  • 30 g neutrales Öl
  • 30 g Zucker (2 EL)
  • 8-10 g Salz (1 TL)
  • 1 Packung Trockenhefe (8 g Trockenhefe oder 1/2 Würfel frische Hefe)

Sesammantel:

Zubereitung:

  1. Zuerst, Wasser, Öl, Zucker, Hefe, beide Mehle und Öl in eine Schüssel geben und das Ganze für 5 Minuten mit Knethaken oder der Küchenmaschine durchkneten. Danach das Salz hinzugeben und für weitere 5 Minuten das Ganze zu einem homogenen Teig verkneten.
  2. Die Schüssel nun mit einem feuchten Geschirrtuch bedecken und den Teig für circa 1h bei Raumtemperatur gehen lassen bis er sich ungefähr verdoppelt hat vom Volumen.
  3. Wenn der Teig schön aufgegangen ist, ein Backblech mit Backpapier bereit stellen, den Sesam für den Sesammantel in eine flache Schüssel geben, in einer zweiten Schüssel Wasser sowie Traubensirup vermischen und alles Beiseite stellen.
  4. Im Anschluss, den Teig aus der Schüssel lösen, auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und auf 12 gleich große Stücke aufteilen.
  5. Nun nehmt ihr jeweils 2 dieser Stücke und rollt sie zu gleich langen Schlangen aus. Danach drückt ihr jeweils eines der Enden der Schlangen zusammen und verdreht die beiden Schlangen miteinander. Damit ein Ring entsteht, werden die beiden Enden der bereits verdrehten Schlangen nun auch zusammengedrückt.
  6. Jetzt, die Simit beidseitig in die Traubensirup-Wasser Mischung sowie danach in den Sesam tunken und dann auf das bereitgestellte Backblech geben. Das Ganze wird so lange wiederholt bis der Teig aufgebraucht ist.
  7. Die Simit nun noch mit einem leichten Tuch bedecken und für weitere 30 Minuten gehen lassen und in der Zwischenzeit den Ofen auf 180 Grad vorheizen.
  8. Abschließend, die nochmals aufgegangenen Simit für 18-20 Minuten in den Ofen geben bis die goldbraun sind und nach dem Backen, in ein Geschirrtuch einschlagen, damit sie nicht zu hart werden beim Abkühlen.
Tipp:
- Der traditionelle verwendete Ürüm Pekmezi, also Traubensirup, könnte auch durch Granatapfelsirup* oder Zuckerrohr Melasse ersetzt werden
- Für die Bilder wurde ein kleiner Teil des hellen geschälten Sesam durch schwarzen ersetzt. Das könnte ihr aber nach eigenem Empfinden handhaben und macht geschmacklich keine großen Unterschiede
- Ich empfehle 6 Simit auf einem Backblech oder bei 8 Stück jeweils 4 Simit auf je einem Backblech mit Backpapier
- Da viel zu oft jeder Ofen etwas anders ist, seht die hier angegeben Backzeit nur als Orientierung und nicht festgeschrieben, davon abgesehen das der eine seine Simit auch etwas heller oder dunkler möchte
- Es kann auch komplett 500 g Weizenmehl Typ 550 oder Dinkelmehl Typ 630 verwendet werden. Beim Dinkelmehl könnte es aber passieren, dass gegebenenfalls ein kleines bisschen mehr Wasser (10 - 15ml) benötigt wird
- Je nach Jahreszeit und damit einherkommenden Temperaturschwankungen kann der Teig auch kürzer oder etwas länger brauchen beim Gehen
- Wenn ihr euch etwas Zeit sparen wollt, könnt ihr Anstelle von Schritt 4 & 5 auch 6-8 gleichgroße Teiglinge aus dem Teig abstechen, diese dann vereinzelt zu einer Kugel formen, 5 Min ruhen lassen und dann mit einem bemehlten Daumen in die Mitte ein Loch drücken, sodass das Ganze einfach zu einem Ring außeinandergezogen werden kann. Danach einfach das Rezept weiter bei Schritt 6 verfolgen

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